Winterfazit

Die Hinrunde in der Bundesliga ist für unsere Roten gelaufen. Da im DFB-Pokal nach der zweiten Runde für 96 Schluss war, dürfen die Jungs nach dem heutigen 1:1 (Tor für uns durch Moa in der 13. Minute) in Kaiserslautern ihren dringend benötigten Winterurlaub antreten. Das Spiel auf dem „Betze“ hat gezeigt, dass der Akku bei vielen Spielern völlig leer ist und aufgeladen werden muss und dass der Kader für die 2,5fach-Belastung deutlich zu dünn ist (immerhin wurden bereits 27 Spiele absolviert).

Das Bild, was die Mannschaft in der ersten Halbserie gezeichnet hat, ist nicht leicht zu bewerten. Auf der einen Seite stehen die tollen Europa-League-Spiele und das Erreichen des 1/16-Finals. Angesichts dessen, dass viele Experten Hannover 96 es nicht zugetraut hätten, so weit zu kommen und dabei auch noch Gegner wie Sevilla und Kopenhagen aus dem Weg zu räumen, darf man mit diesem Teil der bisherigen Saison durchaus zufrieden sein.

Im Pokal ist man in der zweiten Runde gegen Mainz ausgeschieden. Mit ein wenig Sarkasmus kann man hier sagen: Verbesserung gegen den Vorjahren wurde erreicht. Und in der Bundesliga? Da steht man mit drei Punkten Abstand auf die internationalen Plätze an siebter Stelle der Tabelle. Also ist eigentlich alles im Lot.

Oder?

Zumindest Sorgenfalten darf man dennoch haben. Die spielerische Entwicklung steht nicht unbedingt auf der Seite der positiven Dinge. Nur wenige Spiele – gerade gegen auf dem Papier schwächere Mannschaften – wurden souverän gemeistert. Selten gab es Auftritte, bei denen die Roten zwei gute Halbzeiten abliefern konnten. Dabei fehlte einerseits das Glück, das die Jungs in der letzten Spielzeit beim finalen Pass hatten. Gerade Pintos und Schmiedebachs Pässe erreichen ihren Abnehmer längst nicht mehr so häufig wie 2010/11. Hinzu kommt ein Ya Konan, der zu wenig nach hinten arbeitet und vorne kaum mannschaftsdienlich spielt. Kein anderer Spieler im Kader hat eine so schlechte Bilanz, was die „+/-„-Wertung anbelangt (kurze Erläuterung: Diese Wertung wird vornehmlich im Eishockey genutzt. Ein Spieler bekommt einen Pluspunkt, wenn er, wenn ein Tor fällt, auf dem Feld ist und bei einem Gegentreffer entsprechend einen Minuspunkt).

Das größte Problem dürfte aber andererseits die fehlende zweite Luft sein. Die Mannschaft muss enorm mit ihren Kräften haushalten und schafft es einfach viel zu selten 90 Minuten vernünftig mit und gegen den Ball zu arbeiten. Wirklich rotieren lässt Slomka auch nicht, um diesem Problem entgegenzuwirken. Zum Teil kann man ihm das sicherlich auch zum Vorwurf machen, aber die verfügbaren Alternativen sind kaum eine. Deshalb muss man hoffen, dass die Mehreinnahmen aus der EL in der Winterpause auch dafür genutzt werden, um für Entlastung zu sorgen.

Nicht, dass das Abenteuer Europa munter weiter geht und die Kräfte noch mehr schwinden und man schlussendlich noch in die Tabellenregionen gerät, mit denen man doch eigentlich nichts mehr zu tun haben möchte…

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