Bis es 96 sind.

Mehr als in der Überschrift angedeutet, soll gar nicht darauf eingegangen werden, dass der Sieg gegen das aktuelle Team von Ex-Trainer Hecking (Dieter Hecking raus, Hecking raus, Dieter Hecking raus!) Nürnberg genau 96 Tage nach dem letzten Dreier eingefahren wurde.

Im Vergleich zum torlosen Unentschieden in der Woche zuvor in Hoffenheim konnte Mirko Slomka wieder auf seine Kreativ-Abteilung zurückgreifen: Sowohl Sergio Pinto als auch Jan Schlaudraff meldeten sich gesund zurück und waren wieder in der Startelf zu finden. Diese Umstellung machte sich auch gleich bemerkbar. Der Zug in Richtung gegnerisches Tor wirkte – zumindest in der ersten Halbzeit – deutlich zielstrebiger und planvoller als gegen das Hopp-Spielzeug. Bereits in den ersten zehn Spielminuten gab es zwei gute Chancen (Moa, Pinto), die schon zeigten, dass die Zeichen auf Sieg gesetzt waren. Zwar profitierte 96 dabei insbesondere dadurch, dass die Nürnberger Elf alles andere gut aufgestellt war, aber danach wird im Nachhinein sicher keiner mehr fragen.

In der 18. Minute konnte Moa aus der Überlegenheit der Roten Kapital schlagen und erzielte sein zehntes Saisontor. Auf der Tribüne wurde er dabei von zwei Personen genau beobachtet: Zum einen war Mame Diouf, der am nächsten Tag bei 96 unterschrieb, zu Gast, zum anderen wurde auch Christoph Daum gesichtet, der schon einmal genau nachsehen wollte, wer ihn da Ende des Monats aus der Europa League wirft.

Die restliche Spielzeit der ersten Hälfte muss nicht weiter betrachtet werden: 96 blieb weiter überlegen – ohne jedoch Zählbares herausschlagen zu können.

Die zweite Hälfte gestaltete sich dann so, wie man es als 96-Fan diese Saison leider gewohnt ist: 96 hörte auf druckvoll zu spielen und so kam der Gegner immer besser ins Spiel. Zieler musste mehrfach eingreifen und gefährliche Situationen entschärfen. Ob es an fehlender Kondition liegt, dass 96 in dieser Saison nur noch in der Lage ist eine überzeugende Halbzeit zu zeigen und die zweiten 45 Minuten den Gegner das Spiel überlässt oder daran, dass Slomka dies als Mittel der Wahl auserkoren hat, um die Doppelbelastung mit dem recht dünnen Kader gut zu überstehen, weiß ich nicht. Jedenfalls nervt es ungemein, dass man die zweite Halbzeit derzeit mit hoffen und flehen verbringen muss.

Ein paar Worte noch zur Stimmung und zum RK-Block:
Ich weiß nicht, ob es vielen derzeit so geht, dass sie bedingt durch die Vielzahl an Spielen, derzeit fußballerisch „satt“ sind. Auf jeden Fall ist festzustellen, dass die Stimmung am Freitag extrem unterkühlt war. Klar: Gegen Nürnberg zu spielen ist weit weniger glanzvoll als in und gegen Europa anzutreten, dennoch wäre es schön, wenn die Stimmung wieder ein wenig besser werden würde.

Meine persönliche Stimmung würde dabei schon deutlich besser werden, wenn die ganzen Maden, die seit dieser Saison in Vielzahl im RK-Block stehen, wieder möglichst schnell verschwinden würden. Keiner hat wirklich Bock auf Teenies, die entweder damit beschäftigt sind, die ganze Zeit ihren Facebook-Status zu checken oder voll cool ihre Gesänge mit dem noch cooleren Smartphone aufzunehmen, keiner hat wirklich Bock auf stumpfnasige Vollprolls, die von der ersten Sekunde an und ausschließlich ihr Vokabular, das sie beim leertrinken der Gosse aufgenommen haben, zum Besten geben, um irgendwann sturzbesoffen in die Reihe davor zu fallen. Genau diese Leute und die Enge, die durch die Überfüllung des Blocks herrscht, waren vor ein paar Jahren für mich Gründe, den Unterrang zu verlassen. Jetzt ist die Scheiße nach oben nachgekommen. Ätzend. Geht weg.

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