Perspektivenwechsel

1:2, 2:2, 1:4, 1:1, 1:1, 0:0, 1:1, 0:0. So lauteten die Ergebnisse von 96 in der Bundesliga vom 11. bis zum 18. Spieltag. „Seit acht Spielen nicht mehr gewonnen“ ist das, was Pessimisten und Reporter daraus machten. Nun, drei Spieltage später wurde die Reihe ergänzt: 1:0, 1:0, 1:1. Und schon wird aus der Sicht der Dinge eine neue: „Seit acht Spielen nicht mehr verloren.“ Verrückte Fußballwelt.

Das letzte Ergebnis in der Reihe steht für das Unentschieden, das gestern in der bestimmt bestgelauntesten Stadt Deutschlands, in Mainz, erzielt wurde. Dabei durfte es sich um eines der besten Spiele mit 96-Beteiligung in der bisherigen Saison gehandelt haben. Von Anfang an gingen beide Teams ein hohes Tempo und erarbeiteten sich viele gute Chancen, von denen der Rückkehrer Mohamed Zidan eine in Zählbares für die Gastgeber verwandeln konnte. Wer glaubt, dass er schon alles an peinlichen Jubel-Einlagen gesehen hat, der sollte sich Zidans „Torjubel“ von gestern noch einmal genauer anschauen. Statt sich wirklich ernsthaft über das Tor zu freuen, stopfte sich der Wieder-Mainzer einen Schnuller in die Schnute. Völlig jeck. Was sind die Meeenzer doch für ein spaßiges Völkchen. Und wie sehr er doch seine alte, neue Heimat liebt, konnte Zidan noch bei seiner Auswechslung zeigen, als er sich wie ein brünftiger Gorilla ein paar Mal auf die Brust bzw. das dort befindliche Mainz-Logo kloppte. Es geht doch nichts über authentische Emotionen.

Schade, dass das Fernsehen den Zuschauern nicht noch den Gefallen getan und ihn in der letzten Spielminute gezeigt hat. Es wäre doch sehr spannend gewesen, Zidan dabei zu beobachten, wie kurz vor knapp 96 es doch noch schaffte den verdienten Ausgleich zu erzielen. Sobiech, der viel zu spät für den erschreckend schwachen Konstantin Rausch eingewechselt wurde, erzielte nach einer Vorlagenkombination von Pander und Haggui seinen ersten Bundesligatreffer und so konnten die tapferen Auswärtsfahrer und die Mannschaft zumindest einen Punkt von freundlichen Mainzern mitnehmen. Besonders Christian Wetklo war davon so begeistert, dass er vor lauter Freude sich noch eine gelbe Karte einhandelte.

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