Zahlen, bitte! (Teil 1)

Die Saison ist vorbei, Europa wurde wieder erreicht. Da ich mich nicht als geeigneten Kandidaten sehe, über das letzte Spiel zu berichten, überlasse ich das lieber einer Lichtgestalt, die das besser kann.

Was ich angeblich ganz gut kann, ist das jonglieren mit Zahlen. Der erste Teil der kleinen Statistik-Reihe beschäftigt sich mit dem Zuschauerschnitt der Roten bei Heimspielen.

Legt man die Zahlen, die auf kicker.de veröffentlicht werden, zugrunde, so haben in der vergangenen Saison in der Bundesliga 762.035 Zuschauer die Spiele von Hannover 96 besucht. Dies bedeutet einen Schnitt von 44.826 Zuschauern pro Spiel und damit Rang neun im Vergleich mit den übrigen Bundesligisten. Spitzenreiter ist natürlich der Meister aus Dortmund (80.521), vor München (69.000) und Schalke (61.218). Auf den letzten drei Plätzen landen Hoffenheim (28.026), Wolfsburg (27.614) und Freiburg (22.706). Der Durchschnittswert für alle Stadien der Liga lag in dieser Saison bei 45.123 Zuschauern, womit Hannover 96 also knapp unter dem Mittel liegt.

Gemessen an der Stadiongröße sehen die Werte aus hannoverscher Sicht schlechter aus. Das Niedersachsenstadion hat ein Fassungsvermögen von 49.000 Zuschauern, womit die durchschnittliche Auslastung bei 91,48% lag. Klingt gut, ist es aber nicht. Dieser Wert bedeutet nur den 15. Platz im Liga-Vergleich. Schlechter schnitten nur Nürnberg (86,45%; Grund: Dieter-Hecking-Fußball), Kaiserslautern (85,22%; Grund: Absteiger) und Berlin (71,99%; Gründe: Berlin, Hertha und das viel zu große Stadion) ab. Trotz des phänomenalen Erfolgs ist Hannover 96 also weiterhin nicht in der Lage, das Stadion ausreichend zu füllen. Die Zugkraft hängt immer noch all zu oft entscheidend vom Gegner und vom Termin ab. Ausverkauft waren „nur“ die Begegnungen gegen Bremen, Dortmund, Hamburg, Kaiserlautern, Mönchengladbach, München und Schalke. Das Lautern-Spiel profitierte von der Terminierung als letztes Saison-Spiel, bei den übrigen sechs Gegnern füllten die Anhänger der Gäste einen Großteil der Plätze oder die 96-Interessierten kamen nur um die „Großen“ (Haha… Hamburg… groß…) spielen zu sehen. Kommt ein „langweiliger“ Gegner wie der Glubb, so verirren sich nur 35.400 Zuschauer in das Niedersachsenstadion.

Spitzenreiter bei der Stadionauslastung sind wiederum München (100%), Dortmund (99,75%) und Schalke (99,26%), wobei zumindest der Wert aus München angezweifelt werden muss, wenn man bei deren Spielen einen Blick auf die teils leeren Plätze wirft. Der Liga-Durchschnittswert liegt bei einer Stadionauslastung von 92,81%.

So richtig schmeichelhaft sind diese Zahlen aus 96er-Sicht sicherlich nicht. Dennoch sollte man sie nicht zu negativ sehen, denn der Trend in Hannover ist positiv.

Die Grafik zeigt, dass seit der Saison 2005/2006 – die erste, in der das Niedersachsenstadion seinen jetzigen Zustand erreicht hatte – nur 38.419 Zuschauern durchschnittlich Hannover 96 sehen wollten. Seitdem sind die Zahlen jede Saison kontinuierlich gestiegen. Eine Ausnahme stellte nur die Seuchen-Saison 09/10 dar, in der es sportlich nicht sonderlich lief und vor der viele Anhänger sich entschlossen hatten, wegen Cheftrainer Hecking sich keine Dauerkarte zuzulegen.

Mit diesem Rückblick darf die aktuelle Saison also auch hinsichtlich der Zuschauerzahlen bei Heimspielen positiv bewertet werden.

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