Fisch gibt’s!

Die Spielzeit 12/13 scheint da weiter zu gehen, wo sie für Hannover 96 in der letzten Saison aufgehört hatte: Auf der Erfolgsspur. Nachdem der Saisonstart gegen Schalke mit 2:2 schon ganz in Ordnung war und das erste Auswärtsspiel gegen die kleinen Wobsis mit 4:0 äußerst erfreulich endete, stand am vergangenen Wochenende das Spiel um die Vorherrschaft im Norden an: Der SV Werder Bremen war zu Gast im Niedersachsenstadion (schön übrigens, dass es mal wieder eine Choreo gab, die dem Stadion gewidmet war; noch schöner, dass auch die Ausschilderung in der Stadt wieder den richtigen Weg weist; vielen Dank an die Initiatoren).

Der Kick begann ähnlich wie die Partie in Wolfsburg. 96 kam mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und hatte sich scheinbar vorgenommen, die Bremer so vorzuführen wie zwei Wochen zuvor die Wolfsburger. Nach gerade einmal zehn Minuten stand es bereits 2:0 – Huszti hatte erst selbst getroffen (Freistoß über die Mauer, 6.) und dann für Andreasen aufgelegt (Kopfball, 10.) und so an die Leistung des letzten Spieles angeknüpft, bei dem er alle vier Tore vorbereitet hatte. Die Art seines Abgangs vor ein paar Jahren macht das zwar noch nicht wieder komplett vergessen, aber man kann so langsam aufhören, ihm das nachzutragen.

Danach wurden die Bremer stärker. Die neu zusammengebaute Truppe vom Duo Schaaf/Allofs zeigte, dass sie nicht bereits dazu war, sich wie die Wolfsburger vorführen zu lassen. Das Spiel wurde mit zunehmender Spielzeit immer intensiver und 96 ließ sich nach und nach weiter nach hinten drängen. Leider wollte Schiri Deniz Aytekin die Qualität des Spieles nicht so hoch werden lassen, wie es möglich gewesen wäre – zu viele Situation pfiff er auf beiden Seiten mit zu wenig Augenmaß ab, sodass das Spiel eine holprige Note bekam. Richtig lag er mit seiner Entscheidung jedoch in der 26. Minute, als er ein unglückliches Handspiel von Eggimann mit einem Elfmeter bestrafte, den Hunt zum 2:1 verwandelte.

Nach dem Anschlusstreffer und dem Seitenwechsel nahm der Druck der Bremer weiter zu. Mehr und mehr Chancen spielte sich die Partie in bedrohlicher Nähe des Tors von Zieler ab, was in der 74. Minute zählbare Konsequenzen hatte. 2:2 stand es nach dem Treffer von de Bruyne und Werder wollte mehr. Zwei weitere Tore schossen die Hanseaten noch, doch beide Tore wurden von den (wieder mal schlechten) Unparteiischen um Aytekin nicht anerkannt. Einmal lag eine Abseitsstellung vor, die auch nicht wirklich zweifelhaft war. Der andere Treffer sorgte jedoch für Diskussionen, weil sich ein Bremer in der Vorbereitung bei Haggui aufgestützt haben soll. Tatsächlich muss man sagen, dass der Pfiff an der Stelle vollkommen falsch war und die Situation hätte weiter laufen müssen. Das Gezeter der Bremer, dass ein regelkonformer Treffer nicht gegeben wurde, ist jedoch überflüssig, denn der Pfiff fiel deutlich vor dem Torschuss und sowohl Zieler als auch Cherundolo hatten bereits die aktive Beteiligung an der Spielszene eingestellt. Insofern ist es spekulativ, ob es zu einem Tor gekommen wäre.

Nicht spekulativ ist, dass es kurz darauf doch noch ein Tor gab. 96 fing einen Ball von Hunt ab, Kocka Rausch flankte von der linken Seite in den Strafraum auf Huszti, der dann per abgefälschten Fallrückzieher den 3:2-Sieg perfekt machte.

Schade nur, dass Huszti in der nächsten Partie fehlen wird: Den Emotionen geschuldet riss er sich erst das Trikot vom Körper, um dann noch den Zaun zu erklimmen. Schwachsinnigerweise musste (?) Aytekin ihn dafür gleich zweimal mit gelb – und damit mit gelb-rot – bestrafen und somit müssen gegen Hoffenheim andere Spieler Vorbereiter und Torschützen sein.

Kurz noch ein paar Worte zu den Dingen am Rand. Die Haarmann-Fahne wurde auch dieses Mal geschwenkt. Wahrscheinlich sind die Wächter über Moral und Anstand von der Boulevard-Zeitung immer noch in ihrem Sauerstoffzelt, ob dieser Schande von Hannover. Und dann bitte ich noch um Aufklärung. Das unten stehende Foto zeigt den VIP-Bereich des Niedersachsenstadions kurz nach Wiederanpfiff der Partie. Sind unsere Edelfans von der Roten Reihe, die nie im Leben etwas mit Fritze und seinem Hackebeilchen zu tun haben würden und die sich als echte Fans natürlich noch nie für Fanbelange interessiert haben und das auch nach eigener Aussage auch nie tun werden, hier noch a) dabei, Schnittchen zu mümmeln, b) beim Sammeln von Spendengeldern oder c) mit dem Formulieren von bemitleidenswerten Pressemitteilungen beschäftigt? Fußball scheint jedenfalls nicht so wichtig zu sein…

Die Haarmann-Fahne war da, doch wo ist die Rote Reihe?

Für uns ist er das weiterhin. Und selten hat er so viel Spaß gemacht, wie im Moment.

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