Auf ein Neues!

In ziemlich genau zwei Wochen geht der Ernst des Lebens wieder los. Am 4. August 2013 um 14.30 Uhr startet für Hannover 96 die neue Saison. Zwar steht noch nicht das erste Liga-Spiel an (das folgt sechs Tage später im Niedersachsenstadion gegen den VfL Wolfsburg), aber die erste Hauptrunde im DFB-Pokal wird angepfiffen: die Roten werden beim SC Victoria Hamburg gastieren.

Wie jedes Jahr stellt sich die übliche Frage: Was erwartet uns in der neuen Spielzeit – oder besser: Was können wir von 96 erwarten?

Der Kader hat sich im Vergleich zur Vorsaison arg verändert. Bereits beim Torhüter-Trio geht es los: Samuel Radlinger hat den Verein in Richtung Wien, um dort auf Leihbasis bei Rapid Spielzeit zu bekommen. Als Ersatz wurde Konstantin Fuhry aus Stuttgarts U19 geholt.

Auch die Abwehr hat ihr Gesicht verändert. Mario Eggimann steht inzwischen bei Union Berlin unter Vertrag, Johan Djourou hat die dicken Fleischtöpfe des kleinen hsv für sich entdeckt (und bitte, bitte immer brav die Raute küssen, ne?!). Der Vertrag von Sofian Chahed, der in der letzten Saison oft aufopferungsvoll Cherundolo vertreten hat, wurde nicht verlängert. Neu hinzugekommen ist eigentlich nur Salif Sané, der vom Ligue-1-Absteiger AS Nancy nach Hannover kam. Weitere Namen die mehr oder weniger neu im Kader auftauchen sind Florian Ballas (kam von Nürnberg II) und Niklas Teichgräber (eigene Jugend), sowie Chrstiopher Avevor, der nach seiner Ausleihe an den FC St. Pauli wieder an die Leine zurückkehrte.

Im Mittelfeld fehlt ab dieser Saison der Nord-Portugiese: Der Vertrag mit Sergio Pinto wurde leider nicht verlängert, er spielt jetzt für Levante UD in Spanien. Leider. Ergänzt wurde der Kader mit Edgar Prib, der aus Fürth kam und nun Pintes Rückennummer 7 tragen darf und um Leonardo Bittencourt, der vom Vize-Meister Dortmund nach Hannover wechselte. Spannend dürfte es sein, wann Franca zum gefühlten Neuzugang wird. Er laboriert weiter an den Folgen seiner Tuberkulose-Erkrankung herum und wird wohl erst im kommenden Frühjahr einsatzbereit sein. Als Abgang im Mittelfeld (oder doch in der Abwehr ist noch Koka Rausch zu nennen, der in der Zukunft beim VfB Stuttgart sein Glück suchen wird.

Womit wir beim Sturm wären: Denn auch aus diesem Mannschaftsteil ist ein Abgang nach Stuttgart zu vermelden und vielleicht sogar zu betrauern: Moa Abdellaoue wechselte ebenfalls zum VfB – angeblich kam er mit Mirko Slomka nicht mehr zurecht. Auch die anderen Karten im Sturm sind noch nicht endgültig gelegt. Zwar hieß es kürzlich noch, Diouf müsse wegen einer Verletzung Ya Konans nun in Hannover bleiben, doch in der letzten Wochen wurde diese Aussage von Duffner abgemildert und Diouf wird inzwischen mit Stoke City in Verbindung gebracht. Bei 9,3 Millionen Euro, die angeblich geboten werden, darf man ruhig schwach werden. Allerdings müssten diese in mindestens einen Ersatzmann investiert werden, denn die Namen im Sturm lesen sich nicht gerade mehr wie das Sahnestück der Mannschaft: Sobiech (schlechte Karten beim Trainer?), Ya Konan (verletzt und weit hinter der Form vergangener Tage), Schlaudraff (ich kann, wenn ich will, aber ich will nicht so wirklich) sind mit Diouf die bekannten Namen im Kader. Es folgen: Deniz Kadah (und nicht „Kadar“, wie hier erst stand), Tim Dierßen, Onur Capin und Almir Kasumovic – Local-Player-Regel, ick hör dir trapsen.

Was dieser Kader erreichen kann, lässt sich schwer sagen. Problematisch ist vor allem die aktuelle Verletzten-Misere: „Muskelfaserriss“ dürfte schon jetzt als das Unwort der Saison feststehen. Dazu die vielen unbekannten Namen bei den jüngeren Spielern und keine besonders dicke Personal-Decke. Das könnte insgesamt wieder einmal eher eng und ungemütlich werden. Einen einstelligen Platz zu erreichen, dürfte ein realistisches Ziel sein, wenn alles einigermaßen glatt läuft. Wenn nicht…

Letztlich zählen aber in diesem Jahr eh nur drei Dinge: Heimsieg gegen die Pocken, Auswärtssieg bei den Pocken und am Ende der Saison: Ein Platz vor den Pocken, mindestens auf Platz 15.

Auf!

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