Die Hamburger Krankheit……

….ist nicht nur ein Titel meiner DVD Sammlung, der seit einiger Zeit seiner Würdigung meinerseits harrt, nein, es beschreibt auch ganz gut die Situation des kleinen hsv aus Hamburg. Es ist nicht nur die Tatsache, das sie seit sieben Spielen keinen Dreier aus Hannover enführen konnten, sondern stigmatisiert auch quasi die Chancenverwertung der Hamburger. Ich habe fünf, wenn nicht 100%ige, dann doch 96%ige Chancen der Rothosen gesehen, die an normalen Tagen zu einen Unentschieden, an guten Tagen zu einem Sieg der Hanseaten geführt hätten.

Hamse aber nicht! Und so komme ich zu unseren Roten, die in der ersten Halbzeit engagiert und aggressiv ins Spiel gefunden und relativ früh die Weichen zum Heimsieg gestellt haben. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt die Befürchtung gehabt, hier könnte etwas schiefgehen. Die Mannschaft hat zwar im Laufe der zweiten Halbzeit die Zügel etwas schleifen und den Gegner kommen lassen, ohne aber zuviel zuzulassen, auch wenn einige, wie oben schon beschrieben, Chancen verdammt knapp daneben gingen. Leider bin ich kein Taktikfuchs, erkenne nicht, wenn wieder mal die Doppelsechs den falschen Neuner in den freien Raum vor der Raute stellt, eine Spielverlagerung findet für mich dann in einem anderen Stadion statt und eine hängende Spitze sollte für jeden Mann betrüblich sein. Aber ich erkenne, wenn die Mannschaft kämpft und nicht aufgibt. Und da muss ich sagen hat, Tayfun Korkut bis jetzt die Mannschaft sehr gut eingestellt und vorbereitet – und das ohne Prib und Stindl! Wie wird es werden, wenn die beiden wieder fit werden? Soll es wirklich so sein, das wir endlich auch in der Breite die Qualität haben? Die ersten drei Bundesligaspiele lassen drauf schließen.

Zum Thema Stimmung muss ich sagen, das der Kurve vielleicht nicht die Seele fehlt, da sie durchaus in der Lage ist, die Mannschaft anzufeuern. Es fehlt der Puls oder besser, der Impuls, der in einer schwachen Phase die Mannschaft  mitzureissen vermag und die Tribüne die Hände statt auf die Stirn, ineinander klatschen läßt. Auch ist recht schnell die Stimmung wieder verflogen, weil nichts nachkommt oder eine Situation auf dem Platz wieder ablenkt. Bis sich hier wieder irgendwelche Strukturen entwickeln, die auch mal bei engen Spielen den Lautstärkepegel oben halten, wird einige Zeit vergehen. Bis dahin dürfen wir uns nicht anstecken……

Nach dem Spiel, als ich mich mit meinem Bruder auf den Weg zum Ausgang machte, wurde uns Fans vom Stadionsprecher ein Megasupport unterstellt, denn ich, für mein Empfinden war dieser bis auf zwei Ausnahmen unterirdisch, mit hämischen Lachen quittiert habe. Das nahm der neben mir gehende zum Anlass mir vorzuwerfen „Kein Trikot an, aber über Stimmung meckern“. Gut, ich hatte keins an, auch kein Schal um, nur ein 96 Cap, aber das war wohl über dem Horizont vom Vorzeigefan. Aber wie blöde muss man sein, um so einen Dünnpfiff abzusondern? Oder haben wir hier die Folge einer einseitigen Jubelpresse zu bemitleiden?  Leider fielen mir wie so oft, die treffendsten Argumente, die ich dem Klappspaten um die Ohren hätte hauen könnte, erst ein, als ich schon wieder im Wagen saß. Aber wenn das Vakuum, was die Ultras hinterlassen haben, mit solchen Vollpfosten aufgefüllt wird, dann gute Nacht Nordkurve.

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