Schön ist anders

Die Diskussion war ja schon längst eröffnet und natürlich wird man sich mittlerweile fragen dürfen, was genau die Bundesligamannschaft von Hannover 96 mit ihrem Trainer dem geneigten Publikum da gerade fussballerisch anbietet.

Ist das jetzt eine richtig gute, taktisch und kämpferisch geprägte Spielanlage rein defensiver Ausrichtung, also quasi die Art Fussball, welche uns dannemals bis nach Berlin und dort durch 120 Minuten Finale getragen hat oder doch eher pures Unvermögen?

Vielleicht ist es, wie es damals schon gewesen war, ja auch einfach beides?

In der Tabelle stehen wir ganz gut da, die bisherige Punktausbeute ist absolut in Ordnung. Allerdings war sie bei den bisherigen Gegnern und aufgrund des eigenen Anspruches auch durchaus genau so zu erhoffen erwarten.

Was jüngst gegen Köln noch irgendwie funktionierte, ging nunmehr gegen Stuttgart aber genau deswegen schief, weil diesmal halt mal wieder der Gegner irgendwie ein Tor murmeln durfte und die ganze „Hätte, Wäre, Wenn – Diskussion“ macht somit im Anschluß eigentlich genausowenig Sinn, wie schon nach dem letzten Spiel.

Sicher hätte der Linienrichter genauer hinschauen sollen und wäre der Manuel nicht der Schmiedebach, wäre da wohl ’ne Bude für uns bei rumgekommen. Aber wem hilft das am Ende schon, wenn die Spiele seitens 96 so auf der Kippe ausgerichtet sind, dass das erste Tor im Spiel mittlerweile gegnerunabhängig und grundsätzlich über Sieg oder Niederlage entscheidet?

Wesentliche Frage ist doch, ob wir gegen Mannschaften wie gegen offensiv vollkommen harmlose Kölner oder absolut verunsicherte Stuttgarter nicht mutiger auftreten könnten bzw. sollten oder ob wir es im Moment tatsächlich einfach nicht besser drauf haben.

Es sieht halt nicht sonderlich selbstbewusst aus, wenn man offen sichtbar mit einem 0-0 kokettiert und eigene Angriffsbemühungen beim Tabellenvorletzten (diesmal sogar) von Beginn an auf ein Minimum reduziert.

Wenn das im Wesentlichen und in der Ausrichtung so bleiben, gelegentlich knapp gewonnen oder verloren wird, dann gefällt das vielleicht noch den Taktikfüchsen. Aber das sind nur sehr wenige. Der Fan würde sich damit eigentlich nur wenig schwer tun und möglicherweise nur zwischendurch mal etwas nölig werden, bloß ist das mit den Fans bei 96 ja stimmungsmäßig gerade auch so eine Sache für sich.

Der Premiumkunde macht das bei bald fallenden Temperaturen und Nieselregen aber mit großer Sicherheit nicht lange mit.

Man darf also gespannt sein, wie sich die Nummer (sprich 96) weiter entwickeln wird. Alleine schon bei dem Blick auf den Terminkalender: Erst zu den Bayern, dann kommt Gladbach, danach beim BVB …

… das werden jetzt auf jeden Fall drei ganz schwere Auswärtsspiele.

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