2-0 … 96 gewinnt sicher gegen Augsburg

Tor gegen den FCA, Salif Sane macht den Deckel drauf.

Zu dem Spiel an sich gibt es diesmal gar nicht so viel zu sagen. Die „Abordnung West“ der Roten Erleuchtung saß recht schnell relativ entspannt in den Sitzen … schon früh in der Partie war nämlich zu sehen, daß die Roten dieses Spiel ziemlich sicher bestimmen und daher auch mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen würden.

Große Freude empfindet man für einen Spieler wie Sanè, der das erste Tor auf seinen Deckel schreiben durfte und große Scham bei der Einwechslung des eigenen Spielers Gülselam, ob der Reaktionen von der Tribüne.

Es ist schlicht erbärmlich, einen eigenen Spieler in dieser Art und Weise herzukriegen und dann doch wieder erfreulich, das ein nicht unerheblicher Teil des Publikums das offenbar genauso sieht, wie wir!

Der Stadionbesuch ist und bleibt derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Wenigstens spricht aber in sportlicher Hinsicht einiges dafür, dass man die Hinserie dann doch noch harmonisch ausklingen lassen wird. Denn spielt man in etwa so wie gegen Augsburg, sollte es auch möglich sein, im Breisgau zu punkten.

Was einem mittlerweile allerdings wirkliche und echte Sorgen bereitet, ist mal wieder bzw. immer noch das Drumherum. Mir scheint, im und um das Stadion herum baut sich Stück für Stück und immer weiter etwas auf, was erst noch in einer echten Tragödie enden muss, bevor es dann vielleicht endgültig vorbei ist.

Allmählich stellt sich beispielsweise die Frage, wie lange es eigentlich noch bis zur ersten echten Massenschlägerei auf der Nord dauern wird, wenn die Aggressionen untereinander im Stadion schon jetzt so deutlich wahrnehmbar sind, daß man die Luft fast schneiden kann.

Die Fanszene selbst, in all ihren Facetten, ist tief gespalten. Ein solch großer Graben trennt auch hier die einzelnen Lager, dass sich schon alleine auf der Nord längst nicht mehr die Frage um ein mögliches Miteinander stellt.

Schuldzuweisungen, Häme, Böswilligkeit und offene Aggressionen.

Wer auch immer in welchen einzelnen Teilen für diese Scheisse verantwortlich ist, wer in welcher Art und Weise an den Knöpfen sitzt: Man muss doch endlich erkennen, daß diese Situation längst nicht mehr kontrollierbar zu sein scheint.

Wem nutzt das?

Ist denn nicht klar ersichtlich, daß es allem abträglich ist, was man erreichen möchte? Auf allen Seiten?

Es wird auf diese Art keine Premiumerlebnis und keine dolle Marke werden, das Stadion wird für seine Besucher weitaus unsicherer sein, als zu Pyro- und Ultrazeiten und „Alles für den Verein“ sieht letztendlich auch irgendwie anders aus.

Hört endlich auf. Alle. An die Verantwortlichen, die letztendlich an den Hebeln sitzen, kann man nur diesen einen Rat richten:

Nutzt die Winterpause. Redet endlich miteinander und das auch mit dem Willen, gegenseitiges Verständnis zu zeigen!

In erster Linie richtet sich diese Forderung natürlich an diejenigen, die das Heft des Handelns (wie auch bisher) stets in erster Linie in der Hand halten.

Hannover 96, Medien, Polizei … ihr bestimmt in allererster Linie, wie es weitergeht. Hier wurden ja auch bisher die Weichen gestellt, die uns auf dieses tote Gleis geführt haben.

Natürlich haben auch andere in diesem Spiel zumindest die Möglichkeit, den Zug aufzuhalten oder wenigstens zu bremsen.

Eigentlich sogar jede(r) Einzelne. Fang(t) endlich an.

Vorgeführt, 96 – WOB 1-3

Im Grunde genommen geht man ja mit einem ähnlichen Gefühl aus dieser Partie, wie aus den letzten Spielen. Jedenfalls in sportlicher Hinsicht ist dies der Fall, denn obwohl man nun schon dreimal hintereinander verloren hat, muss man sich eigentlich gar nicht allzu sehr ärgern.

Der Gegner war halt cleverer, geschickter, insofern qualitativ schlicht den einen Tick besser. Außerdem steht 96 immer noch ungefähr dort, wo man diese Mannschaft erwarten konnte. Die Spiele der Hinserie lassen bisher und insgesamt immer noch vermuten, dass man sich eher wenig Sorgen im Hinblick auf einen Abstieg machen muss. Ebensowenig braucht man sich allerdings auch Hoffnungen auf den Europapokal machen.

Für das heutige Spiel hiess das in etwa, daß durchaus gut begonnen wurde, aber Wolfsburg das frühe Tor macht. Das 96 danach den Rest der ersten Halbzeit absolut bestimmt hat und der Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff mehr als verdient war. In der zweiten Hälfte lief es ähnlich. Die Roten haben das Spiel weitgehend im Griff und Wolfsburg macht die Buden.

Unschön vorgeführt wird man heute aber noch in anderer Hinsicht im eigenen Stadion:

Beim Stand von 0-1 stimmen die Wolfsburger Fans im Gästeblock tatsächlich ein „Kind muss weg“ an.

„Obacht, eine Falle! Diese Art Systemkritik können die Schraubendreher nicht wirklich ernst meinen“, denkt man gerade noch so bei sich, da nimmt das Zentrum der Nordkurve die Vorlage schon dankbar auf und richtet denselben Wunsch gen Osttribüne.

Zaghaftes Gelächter in meiner Reihe, mir selbst steht der Mund offen. Was kommt denn bitte als nächstes? Fans von Red Bull mit einem entsprechenden Transparent zu 50+1 in ihrer Kurve?

Tatsächlich kommt es in der zweiten Halbzeit noch etwas dicker:

Das letzte Tor des Tages ist gerade gefallen, da skandiert die Frühschicht aus Wolfsburg noch ein ekelhaftes „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ …

… genau dies wird gegenüber aber offenbar falsch verstanden und das neuerliche „Kind muss weg“ aus Teilen der Nordkurve erscheint jetzt wirklich etwas unpassend. Als man dort fertig ist, komplettiert der Gästeblock den Wechselgesang noch mit einem …

„Ohne Wolfsburg wär hier gar nix los!“

Danke, das war’s …