Mainz

Ich suche mir jetzt mal einen jungen Spieler aus unserem Kader, der den turbulenten Saisonauftakt komplett gespielt hat und wie das wohl sein mag. Zum Beispiel Manuel Schmiedebach.

In der ersten Runde DFB-Pokal ohne Anzeichen von Unsicherheit (im Angesicht der vergangenen unsäglichen Ausscheiden) locker flockig in Lübeck Anker Wismar eingetütet und nach Hause geschickt. In der Bundesliga das Projekt und Nürnberg geschlagen. Gänsehautatmosphäre im Hinspiel gegen Sevilla. Lange drauf gewartet, hart dafür gearbeitet, ein kochendes Stadion, ein Sieg. Emotionen pur. Gegen Herrn Hartmann einen Punkt geholt. Dann ab nach Andalusien. Volle Konzentration. Die Chance nutzen. Die Belohnung abholen. Gas geben, aber richtig. Und es schließlich schaffen.

Und dann kommt …….. Mainz.

Ganz ehrlich: Wie soll man da den Hebel umlegen? Wie soll man sich motivieren? Wie soll beispielsweise Schmiedebach nach diesen turbulenten Wochen mit diesem sagenhaften Spiel in Sevilla drei Tage danach routiniert sein Ding spielen?

Ne, Fußball ist eben auch eine mentale Sache. Unsere Mannschaft darf dann diese Erfahrungen sammeln, dass es eben nicht so einfach ist auf die Sekunde auf Fußball-Robotermodus zu schalten.

Das spiegelt sich dann auch im Spielverlauf wieder. Nach nicht mal 2 Minuten geht Mainz in Führung. Danach hätten sie sogar erhöhen müssen. Der Pfosten rettet uns zweimal.

Moa Abdellaoue (elegantester und effizientester roter Fußballer weltweit) sorgt ein wenig überraschend für das 1:1 nach einer halben Stunde. Wieder mal nach Flanke von Rausch.

In der zweiten Halbzeit sah es zwar ganz anders aus. Aber unsere geliebte Mannschaft konnte ihre Überlegenheit nicht ausnutzen und es blieb beim Unentschieden.

Die Länderspielpause kommt nicht gerade ungelegen. Zeit genug um die mentale Frische zurückzuerlangen und das Spiel als Erfahrung in diesen turbulenten letzten Tagen rund um Sevilla zu verbuchen. Die Stuttgarter tun mir jetzt schon leid.